Sub-Antarktis von den Falklandinseln bis Elephant Island

Auf den Spuren von Ernest Shackleton.

 

Die Anfahrt ist etwas mühsam, wobei "mühsam" wohl eher relativ ist. Über Frankfurt geht es nach Buenos Aires, der Stadt des Tangos. Man spürt die Lebensfreude, die Aufbruchstimmung nach einer überwundenen Wirtschaftskrise, aber auch die Armut.

 

4 Tage auf See sind die nächste Etappe,

dann sind wir bei den Falklandinseln.

In Erwartung schwerer Stürme war ich

auf alles gefasst, aber es war sonnig

und das Meer spiegelglatt.

 

Die Falkland Inseln. Sofort denkt man an den Krieg zwischen Groß Britannien und Argentinien. Es herrscht zwar Frieden, aber die Begehrlichkeiten sind noch nicht ausgeräumt.

 

 

Erdölfunde der jüngsten Zeit werden diesen Zwist wohl auch

noch nicht so schnell in Vergessenheit geraten lassen.

 

 

Die Rockhoppers, die Felsenpinguine, waren

da schon ein schöneres Ziel unserer Reise.

 

Nach den Falkland Inseln hatten wir zwei Tage Sturm. Naja Falkland bei Sonnenschein kommt selten genug vor. Als wir Südgeorgien erreichten, war es schon deutlich kälter geworden. Einige Zeit sah es so aus, als würden uns die katapaischen Winde (extrem böige Kaltluft, die die Gletscher hinunterrast) eine Anlandung unmöglich machen.

Aber es gelang, wir konnten an Land. Die Wanderung allerdings, bei der wir den letzten Teil der Strecke, den Shackleton bis zur rettenden Walfängerstation in Stromness ging, konnten wir wegen der starken Windböen nicht durchführen.

 

Junge Seeelefanten beäugten uns neugierig.

Vor ihnen mussten wir uns nicht in Acht nehmen.

 

 

Da waren die Pelzrobben schon ein anderes Kaliber! Schnell und aggressiv waren sie. Davonlaufen ist nicht, die holen dich spielend ein. Ein Biss kann zu gefährlichen Infektionen führen. Also Mitspielen war die Devise, sich ein Herz nehmen und sich groß machen und langsam auf sie zugehen. Das soll beeindrucken, hat auch beeindruckt,

wenn auch nur für kurze Zeit. Aber da war ich schon weg.

Klaro, Abstand halten ist gefragt, aber manchmal hatten die Pelzrobben nicht den Anstand zum Abstand, na dann - siehe oben.

 

 

Der Walfängerort Stromness:

Hier hatte Shackletons Odyssee vorerst ein Ende.

Endlich konnte er mit Hilfe rechnen, seine

zurückgelassenen Expeditionsmitglieder zurück zu holen.

 

Königspinguine sind um ein Drittel kleiner als die Kaiserpinguine, die ausschließlich in der Antarktis brüten. Die Kolonien auf Südgeorgien waren riesig. Um die Jungen zu versorgen herrschte ein ständiges kommen und gehen.

 

Grytviken.

Hauptort Südgeorgiens. Heute leben nur ein paar Menschen dort. Zu Shackletons Zeiten war das anders. Da herrschte ein geschäftiges Treiben. Schließlich galt es ja, die getöteten Wale zu zerstückeln und verkochen.

 

Grytviken war auch Ausgangspunkt für Shackletons legendäre Expedition in die Antarktis. Walfänger warnten ihn, er solle seine Expedition aufschieben, denn es gäbe ungewöhnlich viel Eis in jenem Jahr.

Leider hörte er nicht auf sie...

 

Grytviken ist letztlich auch seine letzte Ruhestätte. Sein Grab ist das einzige, das in diesem Friedhof nach Süden schaut, in die Richtung, in die sein ganze Streben ging.


Elephant Island.

Nach vielen Monaten hatten die Expeditionsteilnehmer endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Diese Bucht im Norden der Insel war aber trügerisch. Schnell erkannten sie, dass manche Hochwassermarken weit über ihren Köpfen war. Also blieb den erschöpften Seeleuten nichts anderes übrig, als eine andere sichere Bucht zu suchen.

"...Manometer, die Touris sind wieder da...!"

Eine Anlandung auf Kap Horn war uns diesmal nicht vergönnt...

Die Drakepassage  am 29. November 2011  -  10m-Wellen und 80 km/h Wind