Von Kulusuk/Ost-Grönland bis Narsarsuaq/Süd-grönland

10. bis 20. Juli 2016

 

 

Schiff: "Cape Race";  Länge: 38,1m;  Breite: 7,6 m; 

Baujahr 1963;  war ursprünglich als Fischtrawler konzipiert.

 

Kann bis zu bis zu 12 Passagiere mitnehmen

Wir waren aber nur zu 8!


 

Flug von Graz über Frankfurt nach Keflavik

10. Juli - Finale der Fußball-EM   -   Portugal : Frankreich

Mein erstes "Public viewing". Da muss ich nach Reykjavik fliegen, um so etwas zu sehen...

So ein Event ist hier eher ein "familiäres" Ereignis. Die Menschenmenge ist überschaubar, aber der Stimmung tut das keinen Abbruch.

Obwohl Island das Finale nicht erreicht hat, haben sie doch weltweit Eindruck hinterlassen - und sie können sich mit den Siegern mitfreuen.

 

 

 

Flug von Reykjavik - Stadtflughafen nach Kulusuk/Ostgrönland


 

 

Kulusuk ist eine dem Ort Tasiilaq vorgelagerte Insel. Nur dort war es möglich, eine Landebahn zu bauen. Normalerweise muss man dann per Boot oder Helikopter zu Ort überwechseln.

 

Wir aber gehen zu Fuß zum Landesteg und werden dort per Zodiak gleich zur Cape Race gebracht.



 

 Eisfeld bei Friedjov Nansen Halvo


 

Finnwale! Leider haben sie es sehr eilig und ignorieren uns völlig. Auch wenn es zu meinem Nachteil ist, ist es gut, dass wir sie unbehelligt ziehen lassen.

 

Fels-Einschnitt bei der Insel Kangeg

 

Eisbucht bei Kangeg

 

Qutdleg - Aufgelassene Loran-Sendestation                       (Weitere Infos über Loran C -->)


 

Weiter geht es in den Prins Christian Sund, einer Passage, mit der man der sturmumtosten Südspitze Grönlands entgehen kann. Es ist ein weit verzweigtes System an ertrunkenen Gletschertälern. Die Hauptroute ist ca. 108 km lang und meistens ca. 2 km breit. Die angrenzenden Berge sind so um die 1000m hoch, sodass Stürme keine hohen Wellen in den Sunden aufbauen können.

 

Weit kommen wir nicht, denn knapp nach der Osteinfahrt biegen wir in eine kleine südliche Bucht ein.

Wir wollen eine grönländisch/dänische Wetterstation besuchen.

Obwohl die Station großzügig angelegt ist, befindet sich niemand dort. Alles ist automatisiert.

Den mitgebrachten Begrüßungswein trinken wir dann eben selber.

Wir genießen nach dem vielen Eis wieder die prachtvoll blühende arktische Blumenwelt.

Wir fahren weiter. Erschreckend zu bemerken, dass die meisten Gletscher nicht bis zum Meeresspiegel reichen, sondern nur mehr ihr Schmelzwasser, das alle paar hundert Meter die steilen Felswände herunter schießt.

Umso mehr imponieren die verbliebenen Gletscherfelder

Hie und da ist auch eine Bartrobbe auf einer Eisscholle zu sehen. Eine Ausnahme in der sonst eher leeren Arktis. Ein weiteres seltenes Ereignis bekommen wir zu sehen. Ein Eisbruch am "Sermeq Avangnardleq" Gletscher, genau zu dem Zeitpunkt als wir vorbei fahren. Im Prinzip ein normaler Vorgang bei einem Gletscher, der mit der Klimaerwärmung nichts zu tun hat. Und trotzdem irgendwie beklemmend.

 

Nächste Station ist der massive Kangerdluk Gletscher, der sich bereits einen Fjord gegraben hat.

Ein Zodiak-Ausflug ist angesagt.

 

 

 

Wir legen an einem Felsvorsprung an

und erklimmen die glatt gehobelten Felsen.


 

Weiter Richtung Westen; der kleine Ort Augpilagtoq liegt an einem Kreuzungspunkt mehrerer Sunde

Inzwischen hat uns ein Sturm erwischt. Er peitscht das Wasser auf, aber große Wellen entstehen nicht. Der nächster Punkt auf unserer Reise liegt etwas nördlicher am Prins Christian Sund ganz in der Nähe des Ortes. Es ist ein Fjord. Der Gletscher, der ihn geschaffen hat, hat sich weit zurück gezogen. Die Moränenwälle sind mit bereits hüfthohen Weiden überzogen, dazwischen aber gibt es Spalten zwischen den Felsen. Schwierig zu gehen.

 

Der nächste Tag ist noch immer sehr stürmisch, aber sonnig. Wieder ist eine Wanderung angesagt.

 

Nächster Stopp - Nanortalik. Ein schon etwas größerer Ort ganz im Süden Grönlands.

Es ist warm! Ich hätte mehr T-Shirts einpacken sollen. Aber wer kommt denn auf so etwas.

 

Der Ort hat ein beeindruckendes Freilicht-Museum mit vielen interessanten Exponaten.

 

Am Abend gibt es einen Badestopp. Die Insel ist gleich gefunden, nur die Thermalquelle nicht. Mit Schlapfen und Bademantel laufen wir über die Tundra auf der Suche nach ihr. Großes Gelächter! Schließlich finden wir den kleinen Naturpool mit Eisberg-Blick. Arktischer Hahnenfuß umsäumt das Becken.

Was für ein Erlebnis!

 

Der letzte Tag unserer Reise. Von Orquitsoq fahren wir an Alluitsup Paa vorbei nach Zakarias Hav.

 

Von der Bucht Zakarias Havn wandern wir an Seen vorbei zu einen schönen Aussichtspunkt. Hier wird schon Schafzucht betrieben.

Dem Klimawandel sei Dank! - Dem Klimawandel sei Dank?

Als wir zurück zum Schiff fahren, ist Kapitän Kim gerade dabei einen Eisberg zu erklimmen.

Auf Eisberge zu klettern ist nicht wirklich zu empfehlen. Ansatzlos können sie zu rollen beginnen und brechen. Der heutige Tag war ungewöhnlich warm, was auch den Eisbergen zu schaffen macht... Bei den Eisbergen unten dachte man, sie wären auf Grund gelaufen und damit ungefährlich.

Aber Eisberge sind IMMER gefährlich!!!

* * *

Es beginnt mit dem Abbrechen eines kleinen Teils des Eisbergs. Das reicht damit er das Gleichgewicht verliert.

Während er sich dreht lösen sich immer mehr Eisbrocken. Mit Getöse fallen sie ins Meer. Nach und nach beruhigt sich das Spektakel wieder.

Großartig, wenn man das Glück hat, so etwas erste Reihe fußfrei beobachten darf...

 

Das war echt nicht vorhersehbar - im Moment des Auslösen bricht ein riesige Stück vom Eisberg ab...

 

Zum Abschied wird der Himmel wieder in unglaubliche Farben getaucht.

Frozen World?   -   MELTING WORLD!

 

E W I G E S   E I S ?    -    D A S   W A R   G E S T E R N !

 

Die Meldungen über den dramatischen Rückgang des Eises weltweit, bleiben nach wie vor Randbemerkungen,

auch wenn die Apelle verschiedenster Wissenschaftler immer eindringlicher werden, gegen den Kimawandel endlich effizient vorzugehen.

 

Um so schmerzlicher, wenn man selbst diesen Veränderungen gegenübersteht.

 

Mit meiner Fotografie will ich die Schönheit dieser kalten Welten in seiner ganzen Vielfalt zeigen.

Eine Schönheit, die wir immer mehr zu verlieren drohen.

 

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